Wochenbettdepression bei Vätern

Druck und neue Anforderungen macht es Vätern nicht leicht


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Nach der Geburt eines Kindes schwelgen Eltern nicht immer nur im Glück. Die psychischen und physischen Anforderungen der neuen Situation können auch bei Vätern eine sogenannte postpartale Depression auslösen, wie der Berufsverband Deutscher Nervenärzte (BVDN) erklärt.

Anzeichen für eine depressive Erkrankung nach der Geburt eines Kindes seien Erschöpfung, Antriebslosigkeit, Schlafstörungen, Reizbarkeit, sexuelle Unlust und schwankende Stimmung. Bei Männern treten die Symptome oft nicht sofort nach der Geburt, sondern erst allmählich auf – und unterscheiden sich dabei kaum von einer Depression in anderen Lebensphasen. Bei Männern ist die Erkrankung laut BVDN in der Regel aber schwächer ausgeprägt als bei Frauen.

Die genauen Gründe für die Erkrankung von Vätern seien noch relativ unklar, so die Experten. Neben den neuen Belastungen spielen vermutlich auch Veränderungen im Hormonhaushalt eine Rolle. Bei Männern sinkt einer Studie zufolge nämlich der Testosteronspiegel während der Schwangerschaft der Frau. Leidet die Frau unter einer postpartalen Depression, steigt zudem auch das Risiko für den Vater, daran zu erkranken.

Die Experten raten Betroffenen, zeitnah mit der Partnerin offen über Probleme zu sprechen. Außerdem sei es wichtig, sich sich professionelle Unterstützung zu suchen. Denn auf diese Weise lässt sich möglicherweise verhindern, dass sich die Probleme auf das ganze Familienleben auswirken.

 

dpa