Wie viele Hausaufgaben sind erlaubt?

Schulordnung ist oft schwammig formuliert


Selten ist konkret geregelt, wie viele Hausaufgaben erlaubt sind. In den meisten Bundesländern ist es allerdings nicht gestattet, diese zu benoten. Foto: dpa

Schulverweis durch Hausaufgaben 

Endlich Schulschluss. Doch vor dem Bolzplatz oder dem Besuch der Freundin stehen noch die Hausaufgaben an. Viele Schüler wüssten vermutlich schönere Beschäftigungen für ihre Freizeit. Wenn dann gleich der ganze Nachmittag für die Aufgaben draufgeht, fragen sich manche Eltern, wie viel Heimarbeit die Lehrer ihren Schülern eigentlich zumuten dürfen. Und was passiert überhaupt, wenn man mal eine Aufgabe nicht erledigt hat? Droht dann eine Sechs? Der Regensburger Rechtsanwalt Matthias Ruckdäschel erläutert rechtliche Details rund um die Hausaufgaben.

Hausaufgaben zu benoten, ist in der Regel untersagt. Eine Ausnahme ist Berlin, dort dürften laut Schulgesetz Leistungen, die im Zusammenhang mit dem Unterricht stehen, bewertet werden. Dazu könnte man Hausaufgaben zählen, in der Schulordnung für die Sekundarstufe werden diese als sonstige Leistungen unter dem Punkt Lernerfolgskontrollen auch explizit gelistet. Der Anwalt sieht das jedoch kritisch. Es sei nicht nachprüfbar, ob die Aufgaben alleine oder mit Hilfe der Eltern oder Geschwister erledigt wurden, so Ruckdäschel. Sanktionen sind möglich, da reicht die Bandbreite in den Bundesländern bis zum Verweis. Außerdem kann der Lehrer erworbenes Wissen aus einer Hausaufgabe in einer Leistungskontrolle abfragen.

Wie lange dürfen Hausaufgaben dauern? 

Wie viel zu viel ist, das wird mit Blick auf Hausaufgaben selten so konkret geregelt wie in Nordrhein-Westfalen. Dort legt ein Erlass des NRW-Schulministeriums fest, dass Hausaufgaben etwa in den Klassen eins und zwei nicht mehr als 30 Minuten Zeit am Tag in Anspruch nehmen dürfen. In den Klassen acht bis zehn sind dann bis zu 75 Minuten in Ordnung. Diese Regelung gilt aber nicht für Ganztagsschulen.

Meist stehen in den Schulordnungen zum zumutbaren Aufwand eher schwammige Formulierungen: „Die Regel lautet in etwa überall gleich: Es darf nicht zu viel und muss bewältigbar sein“, sagt Ruckdäschel. In Bayern etwa müsse auch auf Nachmittagsunterricht Rücksicht genommen werden. Da Bildung Ländersache ist, sind die Regeln von Bundesland zu Bundesland unterschiedlich. Wer es genau wissen möchte, dem rät der Experte für Schulrecht beim Deutschen Anwaltverein (DAV) zu etwas Recherche im Internet.

Richtig informieren 

Zunächst sucht man nach dem Schulgesetz des Landes. Dann lohnt unter Umständen ein Blick in die Schulordnung. „Wenn ich zum Beispiel ein Gymnasiast in Thüringen wäre, würde ich im Internet nach den Worten Gymnasialordnung und Thüringen suchen“, rät der Regensburger Anwalt.

So finde man entweder die spezielle Ordnung für jene Schulart oder eine allgemeine Schulordnung, die für alle Schularten gelte. Die entsprechenden Dokumente durchsucht man nach dem Schlagwort Hausaufgaben. Mitunter können die Schulen die Regeln darüber hinaus individuell ausgestalten.

Von Tom Nebe, dpa