Junge Minigärtner auf Buga-Gelände

Die Minigärtnerin Jule (9) freut sich auf das bevorstehende Abenteuer. „Ich pflanze heute das erste Mal eine Staude ein“, erzählt sie grinsend. Christian (10) interessiert sich vor allem dafür, was er heute Neues über das Gärtnern erfährt.

Beide gehören zu den insgesamt 19 Minigärtnern, die mit Beate Schillinger als Teamleiterin jeden Monat einen Gartenbaubetrieb besuchen. Dabei erleben die Neun- bis Elfjährigen die jahreszeitlichen Aufgaben eines Gärtners, verfolgen die vielseitigen Zusammenhänge in der Natur und bekommen die Möglichkeit, selbst aktiv zu werden und in der Praxis von Profis zu lernen.

Die „Europa-Minigärtner“ wurden von Bettina Gräfin Bernadotte von der Blumeninsel Mainau im Jahr 2013 gegründet. Die Minigärtner sind in Regionalgruppen organisiert und gärtnern bereits in verschiedenen Regionen Deutschlands und Europas. Aktivität Etwas Besonderes für die Heilbronner Gruppe ist der Einsatz auf dem Bundesgartenschauareal. Die Kinder marschieren mit grellgelben Sicherheitswesten, hellbraunen Mützen und in grünen „Gartenchecker“-T-Shirts auf das Buga-Gelände, um die Firma Biegert zu begleiten. Diese betreut dort mehrere Baustellen.

„Heute seid ihr Landschaftsgärtner. Das sind die, die erst mit dem Bagger durchgehen und dann ums Haus herum alles schön machen“, erklärt Jörg Biegert zu Beginn. Der Garten- und Landschaftsbauer ist Firmenchef und schildert bildhaft, was zu den Arbeiten eines Landschaftsgärtners zählt. „Wir suchen die Bäume und Steine aus, und dann werden sie mit einem Kran hereingeflogen.“ Landschaftsgärtner müssen auch wissen, wie Pflanzen später aussehen und gestalten dann kreativ die Fläche. „Malen mit Blumen“, nennt er das.

Auf die Frage eines Minigärtners, wann sie denn endlich anfangen, erklärt Biegert schmunzelnd das Einpflanzen und lässt die gespannten Kinder auf die Töpfe los. Zwischen einer geplanten Buga-Wohlfühloase aus Stein, Holz, Erde und einem kleinen Teich findet jedes Kind schnell einen Platz. Arne fängt direkt an. Mit der Schaufel buddelt er ein Loch, was trotz recht hartem Boden „nicht so schwer ist“, sagt der Elfjährige. Dann löst er die Pflanze aus dem Topf, setzt sie ins Loch und verschließt dieses mit dem Rest der lockeren Erde.

Beate Schillinger, selbst Gärtnerin, kniet mit den Kindern in der Erde und pflanzt eifrig mit. „So können wir direkt Tipps geben und das Gärtnern vorleben“, erzählt sie. Besonders auf dem Buga-Gelände sei, dass die Kinder „so lang anhaltend und ausdauernd dabei sind und später ihre Erfolge betrachten können“. Auch Buga-Pressefrau Doris Keicher bestaunt, mit wie viel „Eifer und Elan“ die Minigärtner bei der Sache sind. Aufklärung Kritisch betrachtet Jörg Biegert die Tatsache, dass in der heutigen Erwachsenengeneration das Wissen über den Garten und die Natur abgenommen hat. „Aus diesem Grund ist es wichtig, den Nachwuchs an die Natur heranzuführen und ein Bewusstsein zu schaffen“, findet er.

Alexandra Widmann, Gärtnerin und zweite Teamleiterin, ergänzt: „Kinder und Pflanzen sind unsere Zukunft. Ich möchte so viel weitergeben wie nur möglich.