Gute Vorsätze zum Abhaken

Gerade in der Vorweihnachtszeit haben sie viele Mütter im Kopf: ihre To-do-Listen. Damit sie zwischen Weihnachtsfeiern, Adventskalender basteln und Gänsebraten nichts vergessen. Aber auch der Rest des Jahres will gut geplant sein: Endlich mal wieder mit den Kids in den Zoo, mit der Freundin zum Wellness-Wochenende oder berufliche Projekte. Experten verraten, wie das am besten gelingt.

„Notieren Sie alles schriftlich“, sagt Cordula Nussbaum. Das entlaste das Gehirn, meint die Zeitmanagement-Beraterin aus Sauerlach bei München. Geht es um gute Vorsätze, regt Petra Lienhop an, das Ziel zu benennen und sich zu überlegen, woran man erkennen kann, dass es erreicht wurde. Die Expertin für Kommunikation rät, realistische Zeitspannen festzulegen.

Effizienzexperte Jürgen Kurz plädiert dafür, alle Vorsätze auf eine Liste zu schreiben, sowohl privat als auch beruflich. „Ob das ein Blatt Papier, eine App oder ein Buch ist, ist zweitrangig“, findet er. So hat man alles im Blick.

Frustvermeidung 

Zur Frustvermeidung spricht Nussbaum lieber nicht von einer Liste, sondern von einer „reisenden Could-do-Sammlung“ – weil das, was nicht erledigt wurde, in den nächsten Tag mitreist. Kurz rät dazu, im Kalender feste Termine einzutragen. Dazu kommt eine Aufgabenliste mit Fertigstellungsterminen. „Und dann gibt es die Maybe-someday oder Ideenliste ganz ohne Termin.“ Dabei werde nicht unterschieden zwischen privaten und beruflichen Themen.

Bei der Gestaltung einer solchen Sammlung oder Liste sind der Fantasie keine Grenzen gesetzt. Lienhop etwa schlägt vor, eine Collage zu basteln. Darauf könnten Bilder aus Zeitschriften oder der Flyer für den nächsten Stadtlauf ihren Platz finden. „Andere suchen vielleicht motivierende Zitate.“ Im Trend sind so-genannte Bullet-Journals-Kladden oder Notizbücher mit Aufgaben, Terminen und Aufschrieben, die aufwendig gestaltet werden. So zieren Aufkleber, Zeichnungen oder Scrapbook-Elemente die Bücher. „Manche sind sehr verspielt, das kostet natürlich Zeit“, so Nussbaum.

Menge 

Viele kennen das: Ein Punkt auf der Liste ist endlich abgehakt, aber zehn andere sind schon wieder dazugekommen. Die Liste wächst und wächst. Wer sich von der schieren Menge der To-dos erschlagen fühlt, sollte sich Kurz zufolge eines klar machen: „Es wird immer mehr zu tun geben, als Zeit vorhanden ist.“ Wenn etwa am Ende der Woche immer noch zu viel auf der Liste stehe, sei es Zeit zu erkennen, dass man sich zu viel vorgenommen habe. „Man kann einfach nicht alles machen, Erfolg entsteht durch Konzentration“, mahnt Kurz. „Wenn ich nur eine Sache konzentriert mache, mache ich die mit größerer Intensität und Erfolgswahrscheinlichkeit.“ Deshalb sollte man sich fragen: Was ist das Allerwichtigste? Alles andere wird erstmal ignoriert.

Wenn jemand im neuen Jahr sein Verhalten ändern will, sollte zunächst nur diese eine Sache auf die To-do-Liste. „Machen Sie einen Termin mit sich selbst“, schlägt Lienhop vor. „Irgendwann braucht man das nicht mehr und es wird selbstverständlich.“