Der richtige Fahrradanhänger

Unterwegs mit kostbarer Fracht


Spätestens ab dem zweiten Kind ist ein Anhänger das beste Nachwuchs-Transportmittel für Fahrradfahrer. 
Foto: Tobias Hase/dpa-tmn

Spätestens wenn Radler zwei Kinder mitnehmen wollen, entscheiden sie sich besser für einen Kinderanhänger, rät der Tüv Süd. Das bringt sowohl Radfahrenden als auch den kleinen Passagieren mehr Sicherheit und Komfort. Die Kinder können im Anhänger wesentlich bequemer Platz nehmen als auf Kindersitzen. Ein stabiles Chassis sorge zudem für mehr Schutz außen herum.

Worauf beim Kauf achten? 

Beim Kauf raten die Prüfexperten zu Modellen mit breiter Spur und leicht ausgestellten Rädern. Das sorgt für eine stabilere Straßen- und Kurvenlage. Die Sicherheitsgurte sollten an festen Stellen angebracht sein, zum Beispiel am Rahmen.

Weitere Aspekte sind ein stabiles Gestell mit abgerundeten Kanten, ein Überrollbügel sowie ein Textilnetz und Plastikschutz. Letztere können Straßenschmutz, Spritzwasser und Regen abhalten. Beim Kauf sind die Kinder besser dabei: So zeigt sich, ob ihnen das Wunschmodell genügend Platz bietet.

Wie schwer der Anhänger ist, sagt allein noch nichts über dessen Stabilität und Qualität aus. Bei der Wahl sollten Käufer daher überlegen, welche Strecken sie in der Regel zurücklegen müssen. Wer etwa lange, hügelige Routen bewältigen muss, fährt mit einem leichten Sportmodell besser. Doch auch wer schon mehrmals am Tag mit Anhänger samt zwei Kindern eine Unterführung passieren muss, könnte sich über leichte Modelle freuen.

Anhänger für Kinder müssen europaweit über die „DIN EN 15918 Norm“ verfügen. Diese reiche allerdings nicht aus, um in Deutschland das GS-Siegel zu erhalten. „Wer also ganz sicher sein möchte, sollte auf die DIN-Norm und das GS-Siegel achten“, rät der Deutsche Verkehrssicherheitsrat (DVR).

Mit Leerfahrt üben

Bevor die erste Fahrt mit Kindern an Bord starten kann, sollten Eltern zunächst ohne sie üben. Ein entsprechendes Gewicht im Anhänger simuliert die kleine Besatzung dabei. So können sich Neulinge herantasten, wie mit dem Gespann zu bremsen ist und wie es sich in Kurven verhält. Leichte Steigungen und Gefälle sowie ein Slalomparcours sollten beim Training nicht fehlen. Das gilt auch für eine Gefahrenbremsung.

Das richtige Elektrofahrrad 

Wenn die lieben Kleinen im Fahrradanhänger mitfahren, müssen Mama oder Papa kräftig in die Pedale treten. Gut, wenn Eltern dann ein Pedelec nutzen können – allerdings nicht jedes. Nur mit einem einfachen Pedelec dürfen Kinder in einem dafür eingerichteten Anhänger transportiert werden, berichtet der DVR. Diese Elektrofahrräder unterstützen bis zu einem Tempo von 25 km/h beim Treten. Nur dann gelten sie vor dem Gesetz noch als Fahrräder und benötigen unter anderem keine Versicherung und keinen Führerschein.

Im allgemeinen Sprachgebrauch werden die Elektrofahrräder oft irreführend als E-Bikes bezeichnet. Per Definition ist ein E-Bike aber eigentlich ein elektrisches Kleinkraftrad mit Gasgriff, das völlig ohne zu treten bis zu 25 km/h schnell werden kann. Hier sind Kinderanhänger genauso verboten wie an sogenannten S-Pedelecs. Diese schnellen Pedelecs funktionieren wie die normalen, werden aber bis zu 45 km/h schnell und gelten ebenfalls als Kleinkraftrad. Auch dafür sind Führerschein, Versicherung und Helm erforderlich.

Von Peter Loeschinger, dpa